Die kranio-sakrale Osteopathie beschäftigt sich vorwiegend mit dem Schädel. Sie nimmt vor allem die Vielzahl der Schädelknochen, deren Fehlstellungen und die drei Hirnhäute in den Blick. Insbesondere beschäftigt sie sich mit der Hirnhaut Dura Mater, die den Schädel von innen auskleidet. Doch nicht nur das. Die Dura Mater reicht vom Schädel bis zum zweiten Sakralwirbel und kleidet auch die gesamte Wirbelsäule von innen aus. Sie stellt damit die Verbindung vom kranialen zum parietalen System dar. Das kranio-sakrale System ist aus Sicht der Osteopathie eng mit dem zentralen Nervensystem, also der Steurungszentrale des gesamten Organismus verknüpft. Die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit verlaufen in einem bestimmten Puls, der als kranio-sakraler Rhythmus bezeichnet wird. Bei Störungen ist dieser Puls unregelmäßig. Seine Qualität und Amplitude kann mit Hilfe der Osteopathie während einer Sitzung bewertet und verbessert werden.

Im Schädel kann es zu vielen Störungsbildern kommen, so z. B. Tinnitus, Migräne, Schlafstörungen, Spannungskopfschmerzen und Kiefergelenksbeschwerden. Auch chronische Stresszustände, Lernschwäche bei Kindern und Konzentrationsprobleme werden diesem System zugeordnet. Doch nicht nur das. Relativ häufig ist die Ursache für Probleme, die sich vorwiegend in anderen Bereichen zeigen, in der Region des Schädels zu verorten. Das osteopathische Verfahren kann die Störungen oft bis in die kranio-sakrale Struktur hinein zurückverfolgen und bietet eine Möglichkeit, die dortigen Ursachen zu behandeln.