Die Osteopathie betrachtet den Menschen als Einheit, weshalb ihr Ziel immer darin besteht, die Ursache des Leidens zu finden und zu kurieren und nicht bloß die Symptome zu behandeln. Dabei folgt sie einem entscheidenden Grundprinzip: Struktur und Funktion des menschlichen Körpers bedingen sich wechselseitig.
Nicht selten zeigen sich die Ursachen nicht direkt, sondern sie bilden verschiedene Symptome aus, deren Behandlung nicht zur Lösung des Problems führt. So können chronische Leiden entstehen, die nicht heilbar scheinen. Doch ist das Problem selbst noch gar nicht erkannt worden. Die osteopathischen Diagnoseverfahren setzen jedoch gerade an diesem Punkt an. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, die Symptome bis zu ihrer Quelle zurückzuverfolgen und durch die ganzheitliche Behandlung sowohl die Symptome als auch die Ursache zu kurieren. Ein verdeutlichendes Beispiel: Eine Verwringung des Duralschlauches, bedingt durch eine Fehlstellung an der Schädelbasis (die wiederum eine Fehlstellung des Sakralknochens und somit der mechanischen Basis der gesamten Wirbelsäule bewirkt), kann zu einer Schmerzsymptomatik an der Lendenwirbelsäule führen. Wenn man nun versucht, diese Dysfunktion rein symptomatisch (funktionell) zu behandeln, die Schädelbasis aber nicht mit einbezieht (also die Ursache für die veränderte Struktur), wird die Symptomatik vermutlich stets wiederkehren. Letztendlich führt dies dazu, dass die Kompensationsmechanismen des menschlichen Körpers überlagert werden und erneut Schmerzen auftreten.

Die Osteopathie ist eine sich ständig weiterentwickelnde Methode. So wurde kürzlich unter anderem eine Form der Diagnostik integriert, die es ermöglicht festzustellen, ob eine Störung im Bewegungsapparat auch aus diesem entstand oder ob eine andere Ursache für das Problem vorhanden ist: „Die angewandte Kinesologie“. Mit ihrer Hilfe kann ein Therapeut die Suche nach der Ursache optimieren und das tatsächliche Leiden aufdecken. Die Störung kann somit erfolgreich behoben und Folgeerkrankung unterbunden werden.

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